Nicaragua

Das Schweigen brechen - Frauen- und Kinderschutzhaus Wiwili, Nicaragua

Spendenaufruf - Frauen und Kindern helfen

Freiburg ist seit vielen Jahren der Stadt Wiwili in Nicaragua freundschaftlich verbunden. Wie in vielen Teilen der Welt, sind auch in Wiwili Frauen immer wieder von Gewalt betroffen: Physische Gewalt oder sexuelle Übergriffe sind leider auch hier kein Fremdwort.

Das Frauen - und Kinderhaus in Freiburgs Partnerstadt Wiwili hat am 8.März 2011 seine Türen geöffnet. Mittlerweile haben sich in mehr als fünf Jahren über 360 Opfer an den gemeinnützigen Verein AMEWINS (Asociación de Mujeres Emprendedoras de Wiwilí Nueva Segovia ) gewandt, um Hilfe zu bekommen. Dabei handelt es sich neben sexueller Gewalt auch um häusliche und interfamiliäre Gewalt, um Unterhaltsstreitigkeiten, Vaterschaftsanerkennungen, Scheidungen oder Erbschaftsstreitigkeiten. Die Opfer sexueller Gewalt sind meist Kinder oder junge Frauen, die Täter überwiegend über 30 Jahre alt.

Über diese Fälle wird weder in der nationalen Presse noch durch die Medien weltweit berichtet, weil sie immer noch zum tolerierten Alltag in Nicaragua und ganz Mittelamerika gehören. Dabei unterscheiden sich diese Fälle kaum von Beispielen in Indien, Dubay, Afrika, oder Europa.
Der Verein AMEWINS ist seit 2015 in Nicaragua als gemeinnützig anerkannt.
 
In Freiburg unterstützt MENSCHENRECHTE 3000 e. V. das Frauen- und Kinderhaus in Wiwili durch den Verein AMEWINS.
Wir berichten regelmäßig über die Ereignisse und Entwicklungen im Frauen- und Kinderhaus Wiwili.

Die Stadt Freiburg unterstützt das Frauen- und Kinderhaus in Wiwili direkt und durch den Spendenaufruf auf der website des Referats für Internationale Beziehungen.

Unterstützen Sie uns, damit Frauen und Kinder in Wiwili weiterhin Schutz und Hilfe im Frauenhaus finden können.
Spenden mit dem Vermerk „Frauenhaus Wiwili“ werden von uns zu 100% direkt zum Frauenhaus Wiwili in Nicaragua weitergeleitet.
 
 

Spendenkonto:
MENSCHENRECHTE 3000 e. V. (gemeinnützig)
GLS Bank
Kontonummer: 7926878900
IBAN: DE83 4306 0967 7926 8789 00

oder direkt über betterplace.org

Kontakt in Freiburg:
info [at] menschenrechte3000 [dot] de (Gudrun Wippel) (Menschenrechte 3000)

Kontakt in Wiwili:
vikymon5abril [at] yahoo [dot] es (Victoria Moncada)

____Frauen- und Kinderhaus in Wiwilí braucht Hilfe

Oberbürgermeister Dieter Salomon ruft zum Spenden für das Frauen- und Kinderhaus in Freiburgs Partnerstadt Wiwilí in Nicaragua auf...
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http://www.badische-zeitung.de/freiburg/frauen-und-kinderhaus-in-wiwil-b...

Es gehört zum Alltag vieler Frauen und Mädchen in Nicaragua, beschimpft, degradiert, eingeschüchtert, kontrolliert und verfolgt zu werden sowohl im häuslichen als auch im sozialen Umfeld. Oft geht dieses verachtende Verhalten einher mit körperlicher und sexueller Gewalt, bis hin zu Mord. Als das Gesetz 779 zum Schutz von Frauen vor Gewalt am 22. Juni 2012 in Kraft trat, freuten sich viele Frauen in Nicaragua. Das Gesetz 779 stellt in vielfältiger Weise die Gewalt gegen Frauen unter Strafe. Aber dennoch ist der Weg bis zu einer Anzeige gerade in ländlichen Gebieten wie Wiwili weit, die Entscheidung eine Anzeige zu erstatten und dann vielleicht die ganze Familie gegen sich zu haben, ist schwierig.

Und 2016  hat sich die Situation der Frauen in Nicaragua noch verschlechtert!

Die verschiedenen autonomen Frauenhäuser in Nicaragua berichten übereinstimmend, dass im Jahre 2016 die Anzeigen wegen männlicher Gewalttaten gegen Frauen drastisch zurückgegangen sind. In ganz Wiwili gab es dieses Jahr nur 20 Anzeigen, bei der Polizei, davon zwei von misshandelten Kindern. Sicher ist, dass die häusliche und innerfamiliäre Gewalt nicht innerhalb von einem Jahr so drastisch abgenommen hat. Im Gegenteil, bis September 2016 hat die katholische Frauenorganisation für Selbstbestimmung mehr Frauenmorde und mehr versuchte Frauenmorde als im Vorjahr registriert. Und auch der Missbrauch von Lehrern an Schülerinnen nimmt nicht ab.

Die Leiterin des Frauenhauses in Wiwili  Victoria Moncada sieht einen Grund für die Verschlechterung in der Anwendung des §§ 779:

Der § 779 zum Schutz gegen Gewalt an Frauen trat im Jahre 2012 in Kraft. In jeder größeren Polizeistation wurde ein spezielles Frauenkommissariat eingerichtet und mit einer Frau besetzt. Die bedrohten Frauen fühlten mehr Vertrauen in die Polizei und die Zahl der Anzeigen nahm drastisch zu. Das behagte vielen männlichen Politikern und anderen Männern nicht. So wurde 2016 zwar nicht der § 779 geändert, aber die speziellen Frauenkommissariate wurde wieder geschlossen und die Anzeigen zur Gewalt gegen Frauen und Mädchen werden nun wieder wie früher von irgendeinem Polizeibeamten aufgenommen und wie alle anderen Anzeigen wie Schlägerei, Diebstahl oder Unfall behandelt und nach einer Anzeige werden die Frauen wieder nach Hause geschickt. Die Frauen fühlen sich in ihrer Intimität nicht mehr sicher, haben kein Vertrauen in die Polizei, dass ihre Anzeige vertrauensvoll bearbeitet wird und verzichten lieber auf eine Anzeige. Außerdem haben viele Frauen einfach nicht die finanziellen Mittel, um nach einer Anzeige 3 - 4 mal zum Gericht in die nächste Bezirkshauptstadt nach Ocotal oder Jinotega  zu fahren, bis der Fall entschieden ist.

Frauen-und Kinderhaus in Wiwili wird zu einem Frauenzentrum ausgebaut

Nachdem der Frauenverein AMEWINS in Wiwili etwas überraschend ein Kleinprojekt durch die deutsche Botschaft in Managua bewilligt bekam, und durch eine kleine Spende der Stadt Freiburg, konnte der Verein die Verhältnisse im Frauen- und Kinderhaus weiter verbessern. Neben dringend anstehenden Renovierungsarbeiten im sanitären Bereich, Einbau neuer Schlösser und Türen, Wechsel von Dachplatten, sowie neue Stromleitungen und Stacheldraht auf den Mauern und Dächern, konnten durch den finanziellen Zuschuss der deutschen Botschaft  vier Nähmaschinen gekauft werden, eine Audioanlage für Fortbildungen und Tanzkurse, sowie Tische und Stühle  und Kinderbetten für den Kindergarten, der insbesondere für die Kinder alleinerziehender Mütter gedacht ist, angeschafft werden. Außerdem wurde ein Backofen gebaut, der zum Backen von Brot und Keksen sich eignet.

All diese Anschaffungen ermöglichen es dem Frauenverein AMEWINS in Zukunft neben der Unterbringung und Betreuung von misshandelten Frauen und Kindern ein Angebot von verschiedenen Aktivitäten anzubieten, ein kleines Cafe zu eröffnen und Selbstgebackenes  zu verkaufen und einen Kindergarten zu betreiben.

Die Leiterin des Frauenhauses Victoria Moncada beschreibt es so:

"Vor allem haben wir Frauen von Wiwili nun unseren eigenen Raum, um uns im Sinne der Gleichberechtigung selbst zu entwickeln  und neben der Betreuung von Opfern werden wir jetzt ein wahres Frauenzentrum schaffen."

Finanzielle Probleme

Insbesondere für die Bezahlung der Kindergärtnerin aber auch der laufenden Nebenkosten ist der Verein weiter auf Spenden angewiesen. Außerdem ist das Angebot von Frauenmedizinischer und psychologischer Betreuung wegen fehlender Mittel auf Eis gelegt. Auch die wöchentliche Radiosendung kann aus Geldmangel nicht mehr ausgestrahlt werden. Alle Frauen von AMEWINS arbeiten ehrenamtlich und versuchen durch Essenverkauf und Vermietung des Versammlungsraums kleine Einnahmen zu erzielen, um wenigstens die monatliche Strom und Wasserrechnung bezahlen zu können. Ausgaben für Essen und Kleidung für die betreuten Opfer, sowie Fahrtkosten können nicht abgedeckt werden. Das Frauen- und Kinderhaus ist momentan völlig unterfinanziert.

Weitere Spenden-Möglichkeit für das Frauen- und Kinderschutzhaus Wiwili: bei Helfen kostet nix!

... ganz einfach wie gewohnt online shoppen und dabei spenden... neugierig, wie das geht? bitte anklicken

oder direkt über betterplace.org

 

Frauenhaus Wiwili - Menschenrechte 3000 e.V. ist Projektpartner

Das Frauen- und Kinderschutzhaus in Wiwili, einer der Partnerschaftsstädte Freiburgs, hat am 8. März 2011 seine Türen geöffnet. Mittlerweile haben sich in drei Jahren über 260 Opfer an den gemeinnützigen Verein AMEWINS (Asociación de Mujeres Emprendedoras de Wiwilí Nueva Segovia ) gewandt, um Hilfe zu bekommen. Dabei handelt es sich neben sexueller Gewalt auch um häusliche und interfamiliäre Gewalt, um Unterhaltsstreitigkeiten, Vaterschaftsanerkennungen, Scheidungen oder Erbschaftsstreitigkeiten. Die Opfer sexueller Gewalt sind meist Kinder oder junge Frauen, die Täter überwiegend über 30 Jahre alt.

Diese Fälle finden keinen Eingang in die nationale Presse oder gehen gar durch die Medien der ganzen Welt, weil sie immer noch zum tolerierten Alltag in Nicaragua und ganz Mittelamerika gehören.

Es gehört zum Alltag vieler Frauen und Mädchen, beschimpft, degradiert, eingeschüchtert, kontrolliert und verfolgt zu werden sowohl im häuslichen als auch im sozialen Umfeld. Oft geht dieses verachtende Verhalten einher mit körperlicher und sexueller Gewalt, bis hin zu Mord.2013 wurden nach Auskunft des Frauennetzwerks gegen Gewalt in Nicaragua 74 Frauen ermordet, immerhin 11 weniger als im Vorjahr 2012. Die beiden Frauenkommissarinnen Abny Saez Centeno und Suyapa Ruiz aus Wiwilí sehen dies als einen Erfolg des Gesetzes 779 zum Schutz von Frauen vor Gewalt an, das am 22. Juni 2012 in  Kraft trat. Das Gesetz 779 stellt in vielfältiger Weise die Gewalt gegen Frauen unter Strafe, erkennt das Recht der Frauen auf ein Leben ohne Gewalt und zu werden sowohl im häuslichen als auch im sozialen Umfeld. Oft geht dieses verachtende Verhalten einher mit körperlicher und sexueller Gewalt, bis hin zu Mord. Einschüchterungen an. Darüber hinaus stellt es physische und psychische Formen von Gewalt gegen Frauen unter Strafe. Aber dennoch ist der Weg bis zu einer Anzeige gerade in ländlichen Gebieten wie Wiwili weit, die Entscheidung eine Anzeige zu erstatten und dann vielleicht die ganze Familie gegen sich zu haben schwierig.

Als einen Erfolg sieht die Leiterin des Frauenhauses Victoria Moncada die Arbeit von AMEWINS an.

Das Frauenhaus in Wiwili ist für die Frauen ein Erfolg, weil es ein Ort des Vertrauens ist , wo die Frauen und Kinder Hilfe und Beratung suchen und erhalten, eine Unterkunft für die Opfer. Wir begleiten die Opfer zur Polizei oder zu Gerichtsverhandlungen.

Auf nationaler Ebene ist das Frauenhaus anerkannt über die Frauenkommissariate der Polizei, durch Mi Familia und die Richter der Justiz.

Ein Erfolg ist auch das wöchentliche Radioprogramm zusammen mit dem Frauenkommissariat, womit auch die entlegensten Gemeinden erreicht werden, das aber auch als Medium für die Aufklärung und Prävention dient. Für die ländlichen Gebieten soll durch die Frauenkommissariate jetzt eine motorisierte Gruppe gebildet werden, die wöchentlich die entlegenen Gemeinden anfährt und Rat und Hilfe anbietet.

 Aber es gibt auch Frust und Enttäuschungen, weil bisher keine entsprechende Versorgung für die Opfer möglich ist, wie ärztliche Untersuchung und psychologische Betreuung. Dass bisher in Wiwilí keine forensische Untersuchungen durchgeführt werden können, bedeutet, dass die körperlichen Spuren der Gewalttäter nicht mehr genau nachwiesen werden können. Und zudem müssen die Opfer noch 4 –6 Stunden in die nächste Bezirkshauptstadt zur Untersuchung reisen.

MENSCHENRECHTE 3000 e.V. übernimmt daher die Projektpatenschaft hier in Deutschland, um die Unterstützung des Frauenhauses Wiwili direkt zu ermöglichen.

Die Fotos zeigen die Demo und die Feier zum 8. März - Internationalen Frauentag, das das Frauenhaus Wiwili 2015 veranstaltete.

Das Schweigen brechen - Frauen in Nicaragua kämpfen gegen Gewalt an Frauen

Auf Einladung des Freiburger Aktionskomitees 16 Tage gegen Gewalt an Frauen während der ''16 Tage gegen Gewalt an Frauen'' 2014 zwei Frauen aus Wiwili/Nicaragua, einer der Partnerstädte von Freiburg an verschiedenen Veranstaltungen in Freiburg und auch in Heidelberg teil. Eingeladen waren Victoria Moncada, die Gründerin und Leiterin des Frauen- und Kinderhauses in Wiwili und Angela del Carmen Palma als Vizebürgermeisterin in Wiwili NS.

Insgesamt sprachen die beiden Frauen vor 14 verschiedenen Schulklassen schwerpunktmäßig über das Leben der Frauen in Nicaragua insbesondere im ländlichen Bereich, die Arbeit und die Schwierigkeiten des Frauen- und Kinderhauses in Wiwili, verschiedene exemplarische Beispiele von Opfern sowie den gemeinsamen Kampf der Frauen in Nicaragua gegen den Machismo, und illustrierten ihre Vorträge mit vielen Bildern. In den meisten Klassen wurden die Vorträge auf Spanisch gehalten, damit die SchülerInnen gleichzeitig Spanisch in der Muttersprache hören konnten. Die Klassen waren insgesamt stark beeindruckt von dem ganz anderen Leben in Nicaragua, erschüttert über die vorgetragenen Frauen - und Mädchenschicksale und stellten viele Fragen.

Außerdem wurden zwei gut besuchte öffentliche Abendveranstaltungen in Freiburg und Heidelberg durchgeführt, ein Vortrag beim internationalen Vernetzungstreffen von AMICA in Freiburg gehalten und ein Live-Interview bei Radio Dreyeckland geführt. Zudem fand ein Treffen mit dem Leiter des Amts für internationale Beziehungen beim Bürgermeisteramt Freiburg statt, um Möglichkeiten einer Unterstützung zu erörtern.

Für die beiden Frauen aus Wiwili war besonders wichtig ihre Arbeit in Nicaragua vor allem gegenüber Jugendlichen vorstellen zu können und dabei auf viel Interesse zu stoßen. Außerdem war der Kontakt und Austausch mit Frauen aus verschiedenen anderen Kulturen und Ländern eine besondere Erfahrung, zu sehen, dass in vielen Ländern der Welt Frauen mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, gleichzeitig aber auch zu sehen, das es überall Frauen gibt, die für eine Verbesserung der Situation der Frauen sich einsetzen und kämpfen. Dies wiederum verleiht Kraft und Energie um im eigenen Land mit der begonnenen Arbeit fortzufahren. Es besteht der Wunsch die geknüpften Kontakte fortzusetzen und zu intensivieren.

Die Feier zum Internationalen Frauentag hieß auch: tanzen und fröhlich sein. Wie schön, die Würde der Frauen zu sehen...

Termin: 

Dienstag, 31. März 2015 (Ganztägig)